Was tun beim Parkplatzschaden?

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Parkplatzschaden im Alltag

Der Parkplatzschaden ist der alltäglichste aller Unfälle. Wer auf einem öffentlichen Parkplatz oder in einem Parkhaus sein Auto abstellt, hat meist einen kurzen Weg zu seinem Ziel und muss nicht lange nach einer geeigneten Parkmöglichkeit für sein Auto suchen. In der Regel ist das eigene Fahrzeug auf solch einem Parkplatz auch sicher und in einem Parkhaus wird es sogar ständig bewacht, sodass ein Diebstahl sehr selten vorkommt. Immer wieder kommt es hier jedoch zu Parkplatzschäden aller Art: Mal durch ein vorbeifahrendes Auto, mal durch einen Einkaufswagen. Nicht selten sind auch enge Gassen in Parkhäusern schuld daran, dass Fahrzeughalter selbst ihre Autos zerkratzen oder sich einen Spiegel abfahren. Doch was müssen Betroffene bei einem Parkplatzschaden tun? Und wie greift das Versicherungsrecht in diesen Fällen?

Parkplatzschaden beim Einkaufen

Gerade samstags vormittags und während der Weihnachtszeit kann das Einkaufen im Supermarkt ziemlich hektisch werden. Wer dann beim Parken nicht aufpasst, hat schnell einen Parkplatzschaden. Genau wie im normalen Straßenverkehr gilt auch auf Parkplätzen von Geschäften Paragraf eins der Straßenverkehrsordnung. Dieser besagt, dass die Teilnahme am Straßenverkehr ständige gegenseitige Rücksicht und Vorsicht erfordert. Wer dies vernachlässigt, beispielsweise weil er viel zu schnell fährt, gefährdet Andere und macht sich strafbar. Bei einem Schaden zwischen zwei fahrenden Autos auf einem Supermarktparklatz entscheiden die Versicherungen meist 50 / 50, sodass beide Beteiligte die Hälfte des Schadens tragen. Oft ist nämlich nicht mehr nachzuvollziehen, welche Partei mehr Schuld hatte.

Anders dagegen ist es beim Schaden an einem parkenden Auto, also bei einem klassischen Parkplatzschaden. Hier ist in der Regel der Halter des fahrenden Pkws Schuld und muss die Rechnung zu 100 Prozent bezahlen. Wer mit seinem Einkaufswagen ein anderes Auto beschädigt, muss dafür ebenfalls aufkommen, wobei hier unterschieden wird, ob es beim Beladen des eigenen Autos oder bei der Fahrt zum Auto passiert ist. Beschädigt der eigene Einkaufswagen einen fremden Pkw beim Beladen des eigenen Autos, zahlt die Haftpflichtversicherung des eigenen Fahrzeugs. Geschieht der Parkplatzschaden jedoch auf dem Weg zum eigenen Auto, werden die Kosten lediglich von einer privaten Haftpflichtversicherung übernommen. Besondere Probleme gibt es immer dann, wenn einer der Beteiligten unerlaubte Fahrerflucht vom Unfallort betreibt. In diesem Fall muss die Polizei eingeschaltet und Zeugen ausfindig gemacht werden.

Auto im Parkhaus beschädigen

Wer im Parkhaus sein eigenes Auto beim Hinausfahren beschädigt und beispielsweise an einer Wand entlang schrammt, bleibt meist auf den Kosten sitzen. Der Fahrer hat in diesem Fall die Pflicht, seinen Pkw so vorsichtig zu führen, dass es zu keinem Schaden kommt. Im Fall von Parkhäusern gibt es jedoch Ausnahmen, die von Sachverständigen ermittelt werden können. Immer dann, wenn es gefährliche Stellen gibt, mit der der Autofahrer bei einer üblichen Nutzung des Parkhauses nicht rechnen kann, muss er nicht den vollen Parkplatzschaden zahlen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Gitter verbogen ist und in die Fahrspur hineinragt. Auch defekte oder absichtlich abgeschaltete Lampen im Parkhaus und dadurch zu geringe Sicht sind Faktoren, die Richter oft akzeptieren, wenn es um die Schuldfrage geht.