Eingeparkt – was nun?

Vor allem in Großstädten sind Parkplätze heiß begehrt und oft nur in zu geringer Anzahl vorhanden. Deshalb stellen sich manche Autofahrer auf Privatparkplätze oder Parken sogar andere Pkws zu, sodass diese weder vor noch zurückkommen. Wer da im Zeitstress ist, hat oft das Nachsehen und befindet sich in einer Zwickmühle, was er jetzt machen soll – sich einfach auf gut Glück aus der Parklücke hinausquetschen, den Abschleppwagen rufen oder selbst auf die Suche nach dem anderen Fahrzeughalter gehen?

Die Rechtslage

Was das Einparken angeht, ist das deutsche Gesetz recht klar formuliert: Absichtliches Zuparken und Versperren anderer Verkehrsteilnehmer ist eine Straftat. Nicht genauer definiert wird jedoch, wann jemand eingeparkt wird – es gibt weder ein Gesetz, dass die Zeit festlegt, ab der man vom Einparken sprechen kann, noch wird ein Mindestabstand zu anderen Pkws definiert. Die Autofahrer sollen sich lediglich so verhalten, dass kein anderer Verkehrsteilnehmer geschädigt oder gefährdet wird. Für Fahrzeughalter, die durch andere Autos am Losfahren gehindert werden, gibt es demnach keine Richtwerte, ab wann sie sich als eingeparkt bezeichnen können und ab wann nicht. Problematisch ist hierbei, dass geübte Fahrer manchmal noch aus einer Parklücke herauskommen, wo andere schon kapitulieren müssen. Lediglich in solchen Fällen, in denen es technisch definitiv nicht mehr möglich ist, an dem anderen Pkw vorbei zu kommen, kann man gemeinhin von eingeparkt sprechen.

Der Abschleppwagen als Ausweg?

Ist ein Autobesitzer einmal richtig zugeparkt worden, nützen meist auch die besten Fahrkünste nichts mehr. Viele sehen dann die letzte Rettung darin, selbst den Abschleppwagen zu rufen. Doch dies kann schnell nach hinten losgehen, denn hier gilt die einfache Regel: Wer bestellt, der zahlt – zumindest erst einmal. Wer sich später das Geld von dem Parksünder zurückholen möchte, ist in der Beweispflicht und dies kann mitunter sehr schwierig sein. Auch kann es vorkommen, dass der andere Autobesitzer vor dem Abschleppwagen eintrifft und sich aus dem Staub macht. Auch dann muss die Anfahrt für den Abschleppdienst bezahlt werden.

Das kann man gegen Einparker machen

Die beste Möglichkeit, sich den Zuparker wieder vom Hals zu schaffen, ist der direkte Kontakt mit dem Halter. Zwar ist es in großen Städten schwierig, diesen zu ermitteln, doch in ländlichen Gegenden oder bei Geschäften wie Supermärkten sind die Parksünder oft schnell gefunden. Hierbei können sich Betroffene auch gut vom Personal des jeweiligen Ladens helfen lassen, beispielsweise in dem der Halter ausgerufen wird. Wird der Fahrer des anderen Autos auf diese Weise nicht gefunden, sollte die Polizei gerufen werden. Sie schaut sich die Sachlage an und ruft dann in vielen Fällen selbst den Abschleppdienst. So bleiben Betroffene von den Kosten durch das Versetzen verschont.

Wer es mit einem penetranten Parksünder zu tun hat, der sein Auto immer wieder auf dem eigenen privaten Parkplatz abstellt, sollte einen Anwalt hinzuziehen und eine Abmahnung erwirken. Dazu benötigt der Anwalt in der Regel Beweisfotos, auf denen vor allem das Kennzeichen des entsprechenden Autos gut zu sehen sein muss. Auch sollte man im Vorfeld bereits ein großes und gut sichtbares Schild am eigenen Parkplatz aufgestellt haben, das auf eine kostenpflichtige Abschleppung hinweist. Mit Hilfe der eingereichten Unterlagen kontaktiert der Anwalt dann den Besitzer des Autos und fordert ihn unter Androhung einer Strafe auf, dort nicht mehr zu parken. Manchmal erhält der Geschädigte in solch einem Fall sogar eine Entschädigung.